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Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen

Für alle Wärmepumpen gilt: Je geringer die Temperaturdifferenz zwischen Heizwasser und Umgebungswärme ist, desto höher ist die Effizienz. Daher eignen sich Wärmepumpen besonders für Heizsysteme mit niedrigen Systemtemperaturen, wie zum Beispiel Fußbodenheizungen mit max. 38 °C Vorlauftemperatur. Moderne Elektro-Wärmepumpen erreichen je nach gewählter Wärmequelle und Heizsystemtemperatur Leistungszahlen von 3,5 bis 5,5. Das bedeutet, dass pro kWh eingesetztem Strom 3,5 bis 5,5 kWh Heizwärme erzeugt werden. Damit wird der ökologische Nachteil, der durch den Einsatz von Strom entsteht (Kraftwerkswirkungsgrad ca. 35%), mehr als kompensiert. Um einen wirtschaftlichen Betrieb einer Wärmepumpen-Heizungsanlage zu ermöglichen, werden von den meisten EVU Sonderstromtarife für Wärmepumpen angeboten.

Unter Berücksichtigung eines Strompreises von 12 Ct/kWh (Mittelwert spezieller Wärmepumpentarife der Stromversorger einschließlich anteiliger Grundgebühr) ergeben sich bei einer mittleren Leistungszahl von 4 (Jahresarbeitszahl) Betriebskosten von 3,0 Ct pro kWh erzeugter Wärme. Dies unterschreitet die Kosten, die in konventionellen Heizungsanlagen entstehen (Heizöl: ca. 6,0 Ct/kWh; Erdgas: ca. 5,6 Ct/kWh). Zusätzlich fällt auch ein geringerer Aufwand für Wartung und Überprüfungstätigkeiten an. Die Sonderstromtarife sind jedoch meist an die Anforderung geknüpft, dass der Strombezug für die Wärmepumpen zu Zeiten hoher Netzbelastung unterbrochen werden kann. Beispielsweise kann die Stromzufuhr für monovalente Wärmepumpenanlagen vom EVU innerhalb von 24 Stunden dreimal für maximal zwei Stunden unterbrochen werden. Die Freigabezeiten zwischen zwei Unterbrechungen dürfen nicht kürzer sein als die vorangegangene Unterbrechung. Bei bivalent betriebenen Wärmepumpenanlagen kann die Stromzufuhr innerhalb der Heizperiode für maximal 960 Stunden unterbrochen werden. Für den Neubau hat sich die monovalent unterbrechbare Betriebsweise bewährt. Die Wärmepumpe ist in der Lage, den Wärmebedarf ganzjährig zu decken, und die Unterbrechungszeiten stellen keine Beeinträchtigung der Funktion dar, da z.B. eine Fußbodenheizung mit ihrer Speicherfähigkeit die Sperrzeiten ohne merkliche Raumtemperatur Änderungen überbrückt (Pufferspeicher sinnvoll zur Laufzeitoptimierung). Für bestehende Gebäude bietet sich die bivalente Betriebsweise an, da in der Regel ein Wärmeerzeuger vorhanden ist, welcher weiter benutzt werden kann, um die Lastspitzen an kalten Wintertagen mit erforderlichen Vorlauftemperaturen über 5 °C abzudecken, sofern nicht Wärmepumpen mit Vorlauftemperaturen ≥65 °C eingesetzt werden. Soll die Wärmepumpe ohne Unterbrechung betrieben werden, wird kein Sonderstrompreis angeboten. Abgerechnet wird dann gemeinsam mit dem Stromverbrauch des Haushaltes oder Gewerbebetriebes. Investitionsseitig ist gegenüber konventionellen Heizungsanlagen bei einem Einfamilienwohnhaus mit Mehrkosten von ca. 5000 bis 6000 € zu rechnen, sofern die Einsparungen bei der bauseitigen Ausführung (kein Schornstein, keine Öllagerstätte bzw. kein Gasanschluss) berücksichtigt werden. Von den am Markt verfügbaren ausgereiften Heizsystemen stellt die Elektro-Wärmepumpe derzeit das ökologischste dar. Selbst bei Verwendung von konventionell im Kraftwerksmix erzeugtem Strom wird die geringste Primärenergiemenge bezogen auf die Nutzwärme verbraucht.

Von Georg am 10.10.08 17:42 |

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