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Einsatz von Wärmepumpen - Berücksichtigung in der EnEV

EnEV = Energie- Einsparverordnung
Die EnEV beschränkt für neu zu errichtende Gebäude den maximal zulässigen Primärenergiebedarf. Hierbei können entweder die Gebäudehülle und/oder die Anlagentechnik optimiert werden. Im Vergleich zur Niedertemperatur oder Brennwerttechnik werden bei Wärmepumpen erheblich günstigere Anlagenaufwandszahlen erreicht. Beispielsweise reduziert sich im Einfamilienwohnhaus der rechnerische Primärenergiebedarf gegenüber einem Niedertemperatur-Heizkessel um mehr als 50 kWh/(m2*a). Wegen der
Nutzung der Umweltenergie liegen die Erzeugeraufwandszahlen deutlich unter 1. Energetisch weisen Wärmepumpen in der Regel so große Vorteile auf, dass die EnEV auf die Berechnung des realen Primärenergiebedarfes verzichtet.

Im Energiebedarfsausweis ist ein entsprechender Vermerk vorgesehen. Diese Regelung greift, wenn mindestens 70% des Wärmebedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden, was bedeutet, dass die Stromaufnahme höchstens 30% der Nutzwärmeabgabe betragen darf. Daraus ergibt sich eine Mindest-Jahresarbeitszahl von 3.33, die erreicht werden muss, um auf den Primärenergienachweis verzichten zu können. Alle Vitocal Wärmepumpen des Vitotec Programms erfüllen dieses Kriterium. Allerdings ist es ratsam, den Energiebedarfsausweis mit Basisdaten auch zum Primärenergiebedarf von Wärmepumpen aufzunehmen, um die energetische Qualität für diese hochwertige Technik zu dokumentieren. Der Nachweis der Einhaltung des Transmissionswärmeverlustes HT’ ist in jedem Fall zu führen.


Wärmequelleneinfluss auf die Anlagenaufwandszahl

Für die Nutzung der Umgebungswärme stehen die Wärmequellen Erdreich, Wasser und Umgebungsluft zur Verfügung. Die im Erdreich gespeicherte Sonnenenergie kann entweder über großflächig horizontal verlegte Erdkollektoren oder über Erdsonden senkrecht in eine Tiefe von 80 bis 100 m, ggfs. auch tiefer genutzt werden. Als Wärmeträgermedium wird dabei Sole eingesetzt. Aufgrund der relativ konstanten Grundwassertemperatur besitzt die Wasser/Wasser-Wärmepumpe die günstigste Aufwandszahl. Die unterschiedlichen Randbedingungen der verschiedenen Wärmequellen sind auch Grund dafür, dass die Normbedingungen unterschiedlich sind. Für Grundwasser als Quelle wird von 10 °C ausgegangen, für Erdreich von 0 °C und für Luft von 2 °C. Die Nutzung der Umgebungsluft als Wärmequelle kann häufig keinen ganzjährigen monovalenten Betrieb sicherstellen, weshalb derartige Geräte in der Regel die Möglichkeit besitzen, elektrisch nachzuheizen. Dies führt zu einer etwas höheren Anlagenaufwandszahl, allerdings sind die Investitionen deutlicher geringer, da weder Erdsonde noch Brunnen erforderlich sind.


Dezentral elektrische Trinkwassererwärmung

Im Zusammenhang mit der Wärmepumpe wird häufig die Alternative der zentralen oder dezentralen Trinkwassererwärmung diskutiert. Da Wärmepumpen in ihrer Leistung meist genau auf den Heizwärmebedarf ausgelegt werden, um Investitionskosten zu senken, wird für eine zentrale Trinkwassererwärmung im Vergleich mit konventionellen Wärmeerzeugern ein deutlich größeres Speichervolumen benötigt. Nur so kann jederzeit eine ausreichende Menge Warmwasser bereitgestellt werden und die Nachheizung des Vorrates auf die Nachtstunden verlegt werden. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, das Trinkwasser mit Hilfe elektrischer Kleinspeicher oder Durchlauferhitzer direkt an der Zapfstelle dezentral zu erwärmen. Die dezentrale Trinkwassererwärmung mit Durchlauferhitzern oder elektrischen Kleinspeichern erhöht zwar den Primärenergiebedarf. Aber auch diese Lösung ist EnEV- tauglich, zumal für diese Art der Trinkwassererwärmung entschärfte Anforderungen an den zulässigen Primärenergiebedarf gelten.

Von Georg am 9.10.08 17:28 |

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