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Heizungsmodernisierung Auswirkungen

Die Heizungsmodernisierung sorgt für einen deutlich geringeren Energieverbrauch bei sonst gleichem Gebäudezustand und Nutzerverhalten. Allein ein Vergleich der Verluste unterschiedlicher Kesseltypen verdeutlicht dies: Mit moderner Heizkesseltechnik kann bis zu ein Drittel Brennstoff eingespart werden.


Der Brenneraustausch reicht nicht

Unter "Heizungsmodernisierung“ wird oft nur der Austausch des Brenners verstanden. Der Einspareffekt verglichen mit einer kompletten Modernisierung der Anlage ist gering. Dies ist verständlich: Es findet lediglich eine Anpassung der Feuerungsleistung an den realen Bedarf statt, ggf. steigt dadurch die jährliche Auslastung. Durch die Reduzierung der Feuerungsleistung sinkt zwar die Abgastemperatur und damit der Abgasverlust. Die Bereitschaftsverluste bleiben allerdings durch die weiterhin konstant hohe Kesselwassertemperatur unverändert. Deshalb ergibt sich durch die Reduzierung der Feuerungsleistung nur eine geringe Einsparung.


Ein Beispiel

Für Modernisierungsmaßnahmen ist es wichtig, den Jahres- Heizwärmebedarf bzw. die zu installierende Kesselleistung möglichst genau zu ermitteln. Zunächst lässt sich aus dem Baujahr des Gebäudes eine grobe Abschatzung ableiten. Setzt man eine Auslastung von 20% innerhalb einer Heizperiode an, so ergeben sich (bei ganzjährigem Betrieb aufgrund mit integrierter Trinkwassererwärmung) 1750 Vollbenutzungsstunden. Damit ergeben sich für die zu installierende Kesselleistung (bezogen auf die zu beheizende Fläche) Anhaltswerte. Die Auslegung und das Energieeinsparpotenzial sind in folgendem Beispiel erläutert: Ein Einfamilienhaus, Baujahr 1975, mit einer Wohnfläche von 140 m² verbraucht bisher jährlich 4300 Liter Heizöl. Für die Warmwasserbereitung kommen noch 600 l/a Heizöl hinzu, was einen jährlichen Gesamt-Heizölverbrauch von 4900 Litern ergibt. Der Wärmeleistungsbedarf liegt aufgrund der Bauausführung bei 130 W/m², insgesamt also bei 18,2 kW. Der 1975 installierte Heizkessel (Standardkessel) ist mit 30 kW, wie damals üblich, deutlich überdimensioniert.


Ermittlung der Auslastung

Eine Berechnung der Vollbenutzungsstunden ergibt 1164 h/a, was zu einer realen Auslastung von etwa 13,3% führt. Der Nutzungsgrad beträgt ca. 67%. Wird ein neuer Niedertemperatur- Heizkessel installiert, so steigt der Nutzungsgrad auf 95%. Der Brennstoffverbrauch sinkt entsprechend dem Nutzungsgradverhältnis auf 3445 l/a. Für diese Einsparung sind Investitionskosten von ca. 6100,- € erforderlich. Alternativ kann auch ein moderner Gas-Brennwertkessel oder ein entsprechendes Wandgerät zum Einsatz kommen. Bei der vorhandenen Anlage mit höheren Systemtemperaturen kann mit einem Jahres-Nutzungsgrad von etwa 106% incl. Warmwasserbereitung gerechnet werden. Somit wird der neue Brennstoffverbrauch bei ca. 3100 m³ Erdgas pro Jahr liegen.


Die Reihenfolge der Maßnahmen ist wichtig

Werden stattdessen zunächst Verbesserungen an der Gebäude-Wärmedämmung (Außenwände, Dach) durchgeführt, so ergibt sich folgendes Bild: Die Heizlast kann um 35% gesenkt werden, damit sinkt die Jahres-Auslastung des alten 30-kW-Kessels von 13,3 auf 8,6%. Die Nenn-Leistung des Heizkessels ist nun schon 2,5-mal so groß wie eigentlich erforderlich. Der alte Heizkessel erreicht dann lediglich einen Jahres-Nutzungsgrad von rund 60%. Der Jahres-Brennstoffverbrauch liegt trotz des Investitionsvolumens von ca. 15300,- € bei über 3700 Litern. Erfolgt dagegen eine verbesserte Gebäudedämmung nach der Installation eines modernen Niedertemperatur oder Brennwertkessels, so fuhrt die Verringerung der Auslastung von 13,3 auf 8,6% trotz der Überdimensionierung des Heizkessels nicht zu einer
Verschlechterung des Nutzungsgrades. Selbstverständlich sollte bei einer Heizungsmodernisierung der neue Heizkessel so gewählt werden, dass er dem tatsachlichen Bedarf entspricht. Wird ein neuer Heizkessel eingebaut, so können jährlich mindestens 30% Brennstoff und damit Heizkosten eingespart werden. Nach Ablauf der Übergangsfrist im Jahr 2004 müssen alle alten Heizkessel die neuen Abgaswerte einhalten. Bis dahin kann, wenn jetzt modernisiert wird, mit den eingesparten Heizkosten bereits ein Teil der Modernisierungsmaßnahme finanziert werden.

Von Georg am 8.02.09 12:46 |

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