
Kesselwirkungsgrad
Unter dem Stichwort „Heizungsmodernisierung“ spielt die wirtschaftliche Bewertung der Alt- bzw. Neuanlage eine wesentliche Rolle. „Wirtschaftlich“ heizen heißt, mit einem Minimum an Primarenergie einen maximalen Heizwärmegewinn zu erzielen. Die wesentlichen Verluste bei der Primarenergieumsetzung im Heizkessel entstehen durch, im Abgas mitgeführte Verlustwärme, Oberflächenverluste des Heizkessels während des Brennerbetriebes und bei Stillstand. Die Einstufungsmessung, die durch den Schornsteinfeger bereits an allen Heizkesseln durchgeführt wurde, kann nur bedingt zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit herangezogen werden. Die Messung erfasst lediglich die Abgasverluste. Oberflächenverluste werden nicht berücksichtigt. Zur richtigen Beurteilung des Heizkessels dienen verschiedene Kennzahlen, die nachfolgend erläutert werden. Der Kesselwirkungsgrad beschreibt das Verhältnis von abgegebener Nutzleistung QK (Kessel-Nennleistung) zum Aufwand. Der Aufwand wird als Feuerungs- oder Brennerleistung QF bezeichnet. Der Kesselwirkungsgrad wird bei einer Vorlauftemperatur von 80°C und einer Spreizung von 20 Grad
(Differenz von Vorlauf- und Rucklauftemperatur) ermittelt. Hierbei werden auch die Stillstands-/Bereitschaftsverluste mit einbezogen. Dieser Betrachtung nach gelten nur Heizkessel, die mit konstanter Kesselwassertemperatur betrieben werden, da die Bereitschaftsverluste und der Kesselwirkungsgrad als konstant angenommen werden. Bei der Berechnung werden Wärmemengen statt Wärmeströme betrachtet.
Jahres-Nutzungsgrad
Bei der Ermittlung der Nutzwärme müssen die auftretenden Verluste berücksichtigt werden und zwar über den gesamten Betrachtungszeitraum. Im Gegensatz zur momentanen Betrachtung bei der Ermittlung des Kesselwirkungsgrades werden hier auch die Bereitschaftsverluste QB beachtet, die während der Brennerstillstandszeiten auftreten. Im Vergleich zu den Kesselwirkungsgrad wird deutlich, dass für den Jahres-Nutzungsgrad die Bereitschaftsverluste deutlich an Bedeutung zunehmen, da sie zeitlich einen hohen Anteil ausmachen.