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Heiztechnik für Neubauten fossile Brennstoffe - Besonderheiten Öl-Brennwerttechnik

Grundsätzlich lassen sich zwei Arten von Öl-Brennwertanlagen unterscheiden:
– Kondensation auf Kesselintegrierten oder Nachgeschalteten Wärmetauscherflächen
und Übertragung der Wärme auf das Heizungswasser oder
– Kondensation im Abgassystem und Übertragung der Wärme auf die Zuluft
(Verbrennungsluftvorwärmung).


Kesselintegrierte oder Nachgeschaltete Wärmetauscherflächen

Öl-Brennwertkessel mit integrierter Brennwertnutzung sind so aufgebaut, dass kesselintegriert oder in einem Nachgeschalteten Wärmetauscher die erzeugte Kondensationswärme direkt auf das Heizwasser übertragen wird. Bei Geräten, die nur einen Wärmetauscher aufweisen, wird die Kondensationswärme direkt im Heizkessel gewonnen. Diese Geräte entsprechen den seit vielen Jahren etablierten Gas-Brennwertkesseln. Alternativ dazu besteht die Möglichkeit, einen separaten Wärmetauscher zur Brennwertnutzung nachzuschalten. In diesem Fall besteht der Brennwertkessel aus zwei Wärmetauschern: Im Brennraum wird das Heizgas am ersten Wärmetauscher auf Temperaturen oberhalb der Taupunkttemperatur abgekühlt.
Das abgekühlte Heizgas durchströmt dann einen zweiten Wärmetauscher, der auf die Kondensation des Heizgases ausgelegt ist. Beide Wärmetauscher sind in den hydraulischen Heizkreis eingebunden. Kesselintegrierte Wärmetauscher sind sowohl den hohen Temperaturen der Flamme ausgesetzt als auch durch unvermeidbare Ablagerungen u.a. aufgrund des Schwefelanteils im Heizöl belastet. Deshalb ist es notwendig, diese Wärmetauscher brennwertgerecht zu konstruieren und korrosionsbeständige Werkstoffe wie z. B. Edelstahl zu verwenden. Im Betrieb sollte schwefelarmes (< 50 ppm) Heizöl EL eingesetzt werden, um so die Ablagerungen zu reduzieren. So ist Langlebigkeit, energetische Qualität und hohe Effizienz auch dann gesichert, wenn nur einmal jährlich eine Reinigung durchgeführt wird. Außerdem entfällt für die Verbrennung von schwefelarmem Heizöl EL (< 50 ppm) auf Basis des ATV-Merkblattes A251 die Neutralisationspflicht. Für Nachgeschaltete Kondensations- Wärmetauscher kann auch Standard- Heizöl EL (bis 2.000 ppm) zum Einsatz kommen, da Verbrennung und Kondensation räumlich getrennt voneinander ablaufen. Die entstehenden Verbrennungsrückstände, die auch die Reaktionsprodukte des Schwefels enthalten, lagern sich hauptsächlich an den Wärmetauscherflächen im Brennraum an. Dort entsteht aber aufgrund der angepassten Temperaturführung im Heizkessel kein Kondenswasser. Erst im Nachgeschalteten Wärmetauscher findet ein praktisch ablagerungsfreier Kondensationsprozess statt, so dass der hohe Schwefelgehalt des Standard-Heizöls keine Korrosionsbelastung mit sich bringt. Zu beachten ist, dass bei der Verwendung von Standard-Heizöl EL in jeden Fall eine Neutralisationspflicht besteht. Diese entfällt nur bei schwefelarmem Heizöl.


Verbrennungsluftvorwärmung

Die andere Variante der Öl-Brennwertnutzung beruht darauf, die Kondensationswärme nicht direkt an das Heizungswasser abzugeben, sondern für die Zuluftvorwärmung zu nutzen. Dabei sind Wärmetauscher und Wasserführung im Heizkessel so ausgelegt, dass keine Kondensation auftritt. Bei Eintritt in das Abgassystem besitzen die Abgase deshalb noch eine Temperatur im Bereich von ca. 100°C. Das Abgas-/Zuluft-System ist bei diesen Anlagen koaxial ausgeführt, so dass das abströmende Abgas seine Wärme auf die im Gegenstrom zuströmende Zuluft übertragen kann. Wird dabei die Taupunkttemperatur unterschritten, so kondensiert das Abgas und kann auch latente Wärme auf die Zuluft übertragen und damit den Brennwert nutzbar machen. Der Umfang der Brennwertnutzung ist bei diesen Systemen nicht allein vom Heizkessel, sondern auch von den Randbedingungen des Abgas-/ Zuluft-Systems abhängig, weshalb richtigerweise von Brennwertsystemen statt von Brennwertkesseln gesprochen werden sollte.


Öl-Brennwerttechnik für die Wand: Vitoplus 300

Der Vitoplus 300 erfüllt als kompakter, raumluftunabhängiger Öl-Brennwert-Wandheizkessel alle vorgenannten Voraussetzungen, um der Öl-Brennwerttechnik am Markt einen größeren Stellenwert zu verschaffen. Der Vitoplus 300 ist genauso universell und flexibel einsetzbar, wie dies nur bei Gas-Brennwert- Wandgeräten möglich war. Der Vitoplus 300 wird mit zwei Leistungen geliefert: 12,9/19,3 kW und 16,1/23,5 kW. Damit bietet der Vitoplus 300 erweiterte Einsatzmöglichkeiten, vor allem in der Modernisierung sowie in größeren Neubauten. Der zweistufige Compact- Blaubrenner zeichnet sich aus durch niedrige Schadstoff-Emissionen und zuverlässigen, umweltschonenden Betrieb. Bei Verwendung von schwefelarmen Heizöl ist der Schwefelgehalt im Abgas mit dem Brennstoff Gas vergleichbar. Dadurch ist eine Neutralisation nicht erforderlich. Der Inox- Radial- Federwendel- Wärmetauscher aus Edelstahl Rostfrei, ist den besonderen Anforderungen der Verbrennung von schwefelarmem Heizöl angepasst. Die konstruktive Gestaltung verhindert eine Aufkonzentration des Kondenswassers.


Bodenstehender Öl-Brennwertkessel: Vitolaplus 300

Der Vitolaplus 300 ist ein Bodenstehender Öl-Brennwertkessel mit einem attraktiven Preis-leistungs- Verhältnis. Neben der hohen Betriebssicherheit bietet vor allem die kompakte Bauform Vorteile, denn der Vitolaplus 300 findet auch in kleinen Räumen Platz. Im Leistungsbereich 19,4 bis 29,2 kW ist der Vitolaplus 300 deshalb besonders für die Modernisierung die ideale Lösung zur Öl-Brennwertnutzung. Bei der Vitolaplus 300 Öl-Brennwert- Unit führen drei Komponenten zum Ziel: Der bewährte Vitola 200 mit seiner biferralen Heizfläche zusammen mit dem neuen schadstoffarmen Vitoflame 300 Blaubrenner und dem Nachgeschalteten Inox- Radial-Wärmetauscher ergeben die zuverlässige, sparsame und umweltschonende Öl-Brennwert Unit. Für die Heizungsmodernisierung ist der Vitolaplus 300 besonders geeignet, da die weiten Wasserwände der Wärmetauscher unempfindlich gegen Verunreinigungen und Verschmutzungen aus alten Heizsystemen sind. Die Kombination aus bewährter biferraler Verbundheizfläche im Brennraum und dem korrosionsbeständigen Inox- Radial-Wärmetauscher in der Kondensationsstufe gewährleistet hohe Zuverlässigkeit und lange Lebensdauer. Der Vitolaplus 300 kann mit allen handelsüblichen Heizölsorten betrieben werden.

Von Georg am 20.04.09 14:02 |

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