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Umsetzung der EnEV – Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden

Eine weitere Änderung wurde 2007 realisiert, die Reglungen der „Europa-EnEV“ – Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (energy performance of buildings) – wurden in nationales Recht umgesetzt. Ziel dieser Richtlinie ist es, die Verbesserung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden in der Europäischen Gemeinschaft unter Berücksichtigung der jeweiligen klimatischen und lokalen Bedingungen zu unterstützen. Die Richtlinie enthält Anforderungen hinsichtlich:
– des allgemeinen Rahmens zur Berechnung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden,
– der Anwendung von Mindestanforderungen an die Gesamtenergieeffizienz neuer Gebäude,
– der Anwendung von Mindestanforderungen an die Gesamtenergieeffizienz bestehender großer Gebäude, die einer größeren Renovierung unterzogen werden sollen,
– der Erstellung von Energieausweisen für Gebäude und
– regelmäßiger Inspektionen von Heizkesseln und Klimaanlagen in Gebäuden und einer Überprüfung der gesamten Heizungsanlage, wenn deren Kessel älter als 15 Jahre sind.

Prüfung von alternativen Systemen

Neue Gebäude müssen die in der EU-Richtlinie erwähnten, aber nicht konkret benannten Mindestanforderungen an die Gesamtenergieeffizienz erfüllen. Die Vorgabe der Mindestanforderungen obliegt den Mitgliedsstaaten. Bei neuen Gebäuden mit einer Gesamt-Nutzfläche von mehr als 1000 m² müssen zukünftig die technische, ökologische und wirtschaftliche Einsetzbarkeit alternativer Systeme wie
– dezentraler Energieversorgungssysteme auf der Grundlage von erneuerbaren Energieträgern,
KWK,
– Fern-/Blockheizung oder Fern-/ Blockkühlung,
– Wärmepumpen vor Baubeginn berücksichtigt werden.


Modernisierung

Außerdem müssen die Mitgliedsstaaten die notwendigen Maßnahmen treffen, um sicherzustellen, dass die Gesamtenergieeffizienz von bestehenden Gebäuden mit einer Gesamtnutzfläche von über 1000 m², die einer größeren Renovierung unterzogen werden, an die zu definierenden Mindestanforderungen angepasst werden, sofern dies realisierbar ist. Die Mindestanforderungen an die Gesamtenergieeffizienz von modernisierten Gebäuden sollen sich an denen von Neubauten orientieren.


Umsetzung in Deutschland

Für den Wohnungsbau wird auf die DIN 4701 Teil 10 (neue Anlage) sowie auf Teil 12 und PAS 1027 Bezug genommen. Damit gibt es für Wohngebäude keine Berücksichtigung von Beleuchtung und Klimatisierung. Da die DIN 4701 nur für Wohngebäude angewendet werden kann, laufen derzeit Normungsarbeiten für den Bereich der Nicht-Wohngebäude. Die DIN V 18599 wird 12 Teile enthalten. Die Gültigkeit wird sich zunächst nur auf Nicht-Wohngebäude beziehen, Teil 5 wird die Berechnung des Heizsystems regeln, Teil 8 die Warmwassersysteme zum Inhalt haben. Später soll die DIN V 18599 dann die DIN V 4701 ablösen. Die nationale Umsetzungsverordnung soll bis ca. 2010 Gültigkeit besitzen. Erst dann wird ein europäisch-einheitliches Normenwerk vorliegen, das die nationalen Normen ablöst. Da Deutschland bei der Umsetzung von Energieeinsparmaßnahmen und der entsprechenden Regelung in Normen und Verordnungen derzeit eine Spitzenstellung in Europa einnimmt, ist davon auszugehen, dass große Teile des bestehenden deutschen Regelwerkes auf die europäischen Normen übertragen werden.

Von Georg am 12.03.09 17:40 |

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