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Umsetzung der EnEV – Energiebedarfsausweis

Für den Neubau ist die Ausstellung eines Energiebedarfsausweises Pflicht. Dieser enthält neben den Daten des Bauvorhabens den errechneten Primärenergiebedarf, den Endenergiebedarf und die Anlagenaufwandszahl. Der Energiebedarfsausweis ist Bestandteil der Bauvorlage und muss von einem Bauvorlageberechtigten unterzeichnet sein. Vielfach ist er allerdings nicht mit einzureichen, es ist lediglich das Vorhandensein zu bestätigen. Einige Bundesländer haben aber damit begonnen, Stichprobenprüfungen durchzuführen. Bauherren sind verpflichtet, den Energiebedarfsausweis für Überprüfungen bereitzuhalten und auszuhändigen.


Nachweise auch für den Bestand

Auch für den Gebäudebestand wird es kurzfristig auf Basis der EnEV Energiepässe geben. Da die Eigenschaften von Gebäudedämmung und Anlagentechnik in der Regel nicht mehr detailliert angegeben werden können, wird sich der Energiepass für den Bestand an Haustypologien, realen Verbrauchswerten und eher groben Einstufungskriterien orientieren.

Rechtliche Konsequenzen des Energiebedarfsausweises

Wichtig ist es, den Bauherrn darauf hinzuweisen, dass es sich bei den Angaben, auch beim Endenergiebedarf (Öl-/Gasverbrauch), um Norm-Rechenwerte handelt, die einen Vergleich verschiedener Lösungen untereinander ermöglichen, aber keine genauen Rückschlüsse auf den tatsächlichen Verbrauch zulassen. Die Normen, die der Berechnung zugrunde liegen, beinhalten einige eher praxisferne Annahmen, die für deutliche Abweichungen zwischen Theorie (Rechenergebnis) und Praxis sorgen: Die beheizte Fläche, die der Berechnung zugrunde liegt (AN), ergibt sich aus dem eingeschlossenen beheizten Gebäudevolumen über eine Berechnungsformel und weicht häufig von der realen Wohnfläche ab. Auch die im vereinfachten Verfahren angenommene Heizgrenze von 10°C Außentemperatur, die vorgegebene Raumtemperatur von nur 19°C und die vorgegebene Heiztagezahl von 185 können dafür sorgen, dass die realen Verbrauche erheblich über den nach EnEV errechnetem Bedarf liegt. Dazu kommt, dass das Nutzerverhalten dabei völlig unberücksichtigt bleibt. Der Verbrauch kann um + 100% und bis – 50% um den Mittelwert schwanken, dies belegt ein Vergleich von Niedrigenergiehäuser.


In den nächsten Artikeln werden wir genauer über das Thema in der Umsetzung der EnEV berichten. Die genauen Themen werden sein:
- Das Fachhandwerk und die Unternehmererklärung
- Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden
- Softwarehilfen

Von Georg am 10.03.09 17:17 |

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