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EnEV Grundlagen - Die Berechnung der Anlagenaufwandszahl

Für die Ermittlung der Anlagenaufwandszahl dient die DIN V 4701 Teil 10. Es können drei verschiedene Berechnungsverfahren eingesetzt werden. Dies sind: das Diagrammverfahren, das Tabellenverfahren und das Detaillierte Verfahren. Jedes einzelne Verfahren wird in den nächsten Beiträgen genauer erklärt.


Vorteile

Allein durch die Verwendung von BDH- oder herstellerspezifischen Kennwerten als Normkennwerten kann die Anlagenaufwandszahl nennenswert gesenkt werden. Dies liegt daran, dass sich die in der Norm tabellierten Kennwerte an einem unteren energetischen Durchschnitt der marktverfügbaren Produkte orientieren, um keine Produkte auszuschließen (so genannter „30%- Level”). Der Stand der Technik insbesondere in der Brennwerttechnik ist allerdings deutlich besser. Damit besteht allein durch frühzeitige Auswahl des konkreten Wärmeerzeugers und Aufnahme der entsprechenden Kennwerte in die EnEV Berechnung und den Energiebedarfsausweis die Möglichkeit, den rechnerischen Primärenergiebedarf zu senken und damit die Vorgaben der EnEV leichter zu erfüllen. Allerdings ist die Festlegung dann bereits in der Planungsphase notwendig, um die Vorteile bei einer gesamtheitlichen energetischen Betrachtung des zu errichtenden Gebäudes auch nutzen zu können. Die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Energiebedarfsausweis gibt vor, dass bei Verwendung von anderen als Normkennwerten dem Ausweis Dokumente beizufügen sind, die die Einhaltung der zugrunde gelegten Werte belegen (z. B. Herstellererklärungen).

Nutzung von aktuellen Kennwerten des BDH

Um Berechnungen mit herstellerspezifischen Produktkennwerten zu umgehen, wurden speziell für Brennwertkessel vom Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie und Umwelttechnik e.V. (BDH) aktuelle Kennwerte herausgegeben, die den real am Markt erhältlichen Produkten der BDH- Mitgliedsfirmen entsprechen. Diese Kenngrößen sind ebenfalls in der aktuellen DIN V 4701 Teil 10 hinterlegt. Die Novellierung der EnEV vom 8.12.2004 nimmt Bezug darauf, so dass diese „verbesserten Kennwerte“ für Brennwertgeräte jetzt genutzt werden können, sofern sichergestellt ist, dass die zum Einsatz kommenden Brennwertkessel sie unterschreiten. Eine Festlegung auf ein bestimmtes Herstellerprodukt ist bei der Berechnung mit diesen BDH- Kennwerten, anders als wenn mit herstellerspezifischen Produktkennwerten gerechnet wird, nicht notwendig.


Produktkennwerte von Viessmann

Die Kennwerte von Produkten des Vitotec- Programms sind in der Regel besser als von der Norm gefordert (Tabellen der DIN V 4701 T10) bzw. im Merkblatt 15 des BDH als aktuelle Werte vorgegeben. Deshalb ist es in Hinblick auf den rechnerischen Primärenergiebedarf sinnvoll, mit diesen konkreten Produktkennwerten zu rechnen. Die Berechnung muss nach dem detaillierten Verfahren erfolgen. Die Verwendung produktspezifischer Werte von Vitotec Produkten senkt den rechnerischen Primärenergiebedarf eines durchschnittlichen Einfamilienhauses gegenüber Norm-Kennwerten um bis zu 10 kWh/(m²• a). Im Vergleich zu den aktuellen Werten des BDH für Brennwertgeräte stellt sich eine Verbesserung von bis zu 5 kWh/(m²*a) ein. Es gibt aber keine Möglichkeit, für einen bestimmten Wärmeerzeuger direkt eine Anlagenaufwandszahl anzugeben, da das gesamte System mit allen Komponenten in die Berechnung eingeht. Für Wärmeerzeuger können lediglich spezifische Erzeugerkennwerte eg bestimmt werden, die in das Berechnungsformular eingehen. Da aber auch eg von der Kesselart, der Systemtemperatur und der Leistung des Heizkessels sowie der beheizten Fläche AN, also auch dem Anlagenumfeld, abhängt, kann eg nicht generalisiert angegeben werden. In die Ermittlung gehen Nenn- Wärmeleistung, der Wirkungsgrad bei 30% Auslastung und der Bereitschaftsverlust bei 70°C ein. Zur produktspezifischen Ermittlung der Hilfsenergien sind die Leistungsaufnahmen bei 30% Auslastung heranzuziehen. Diese Werte werden nach vorgegebenen Verfahren ermittelt und zertifiziert. Die meisten am Markt bisher verfügbaren Softwarelösungen zur Berechnung kompletter Anlagen sind allerdings bisher nicht in der Lage, die von den Herstellern herausgegebenen Kennwerte zu Erzeugeraufwandszahlen eg umzurechnen. In diesen Fällen ist zunächst eine Berechnung der Erzeugeraufwandszahl eg von Hand notwendig, um diese dann in die Programme manuell einzugeben. Die Rechenvorschriften finden sich in der DIN V 4701 Teil 10 in Abschnitt 5. Es gilt allerdings Folgendes zu beachten: Werden bei der Berechnung der Anlagenaufwandszahl herstellerspezifische Produktkennwerte verwendet, so ist dies im Energiebedarfsausweis anzugeben. Die Berechnung ist mit entsprechenden Unterlagen zur Herkunft der Kennwerte. z. B. einer Konformitätserklärung des Herstellers abzusichern, um sie später nachvollziehen zu können. Der Einbau der zur Berechnung herangezogenen Produkte ist in einigen Bundesländern durch eine Fachunternehmererklärung zu bestätigen. Werden zwischen der Erstellung des Energiebedarfsausweises und der Installation der Anlagentechnik Änderungen an der Anlagenplanung verbunden mit einem Produktwechsel vorgenommen, so sollte, wenn Produktkennwerte verwendet wurden, eine Überarbeitung des Energiebedarfsausweises erfolgen. Die Verwendung von produktspezifischen Aufwandszahlen ist sinnvoll, wenn
– die verwendeten Daten offiziell bestätigt und damit belastbar sind,
– feststeht, dass die ausgewählte Anlagentechnik auch tatsächlich wie geplant eingebaut wird.

Von Georg am 15.02.09 13:45 |

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