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EnEV Grundlagen – Die Berechnung der Anlagenaufwandszahl Tabellenverfahren

Es besteht auch die Möglichkeit, mit Hilfe des Tabellenverfahrens nach DIN V 4701 Teil 10 Anlagen zu berechnen. Dazu werden in der Norm in Tabellen Standardwerte für Wärmeerzeuger und andere Komponenten vorgegeben. Die Werte sind in Abhängigkeit von der Nutzfläche AN angegeben. Da die Tabellenwerte nicht produktspezifisch sind, wurden sie so festgelegt, dass praktisch alle am Markt befindlichen Komponenten die Werte auch erreichen. Die Tabellenwerte stellen einen unteren Marktdurchschnitt dar, deshalb führt die Berechnung der Anlagenaufwandszahl mit dem Tabellenverfahren nicht zu den günstigsten Ergebnissen. Mit Hilfe dieser Tabellen in der Norm werden für alle Anlagenkomponenten (Wärmeerzeuger, Verteilsystem, Wärmeabgabe, Trinkwassererwärmung, Zirkulation usw.) Komponentenbezogene Aufwandszahlen bzw. Verlustenergien abgelesen und in einem Formblatt verknüpft. Außerdem werden Hilfsenergien einbezogen und primärenergetisch bewertet. Die Berechnung erfolgt zunächst separat für Lüftung, Trinkwassererwärmung und Heizung. Exemplarisch wird im Folgenden der Berechnungsgang für die Heizung beschrieben. Der spezifische Jahres-Heizwärmebedarf ergibt sich aus den Berechnungen zum Wärmeschutz gemäß der DIN V 4108 Teil 6 und muss zur Auswahl der richtigen Werte bekannt sein.

Die Bereitstellung der Wärme lässt sich in fünf Prozessbereiche untergliedern, wie das Tabellenblatt zeigt: Übergabe im Raum: qce (control and emission), Verteilung bis zur Übergabe: qd (distribution), Speicherung der Wärme: qs (storage) – Erzeugung der Wärme: qg (generation) – Umwandlung der Primärenergie in Endenergie: fP (Umwandlungsfaktor). Die Bewertung erfolgt getrennt nach Wärmeenergie und Hilfsenergie. Damit geht auch der Stromverbrauch von Regelung und Umwälzpumpen usw. in die Berechnung mit ein. Die einzelnen Verlustwerte müssen jetzt aus Tabellen der Norm entnommen werden. Beispielhaft ist die Tabelle zur Ermittlung der Verteilungsverluste für horizontale Verteilleitungen außerhalb der thermischen Hülle dargestellt. Analog dazu wird nach Auswahl der Komponenten und Festlegung der Randbedingungen (Systemtemperaturen etc.) für den Wärmeerzeuger, die Heizkörper usw. vorgegangen. Bei der Berechnung der Heizung können Wärmeverluste aus Lüftung und Trinkwassererwärmung, die innerhalb der thermischen Hülle auftreten, teilweise als Gewinne verbucht werden, da sie den Heizwärmebedarf verringern (qh, TW, qh, L). Deshalb müssen, wie erwähnt, Lüftung und Trinkwassererwärmung immer zuerst berechnet werden. Die sich aus drei Einzelberechnungen (Trinkwasser, Lüftung, Heizung), einschließlich der Hilfsenergien, ergebenden Primärenergien werden addiert. Damit ergibt sich ein Gesamt- Primärenergiebedarf für das betrachtete Gebäude. Bei Division durch die Summe von Jahres-Heizwärme- und Trinkwasserwärmebedarf ergibt sich die Aufwandszahl eP:
eP = qP / (qh + qtw)

Von Georg am 17.02.09 14:54 |

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