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Anlagentechnik für die EnEV – Wärmeerzeugung im Mehrfamilienwohnhaus zentral/dezentral

Eine zentrale Wärmeversorgung von Mehrfamilienwohnhäusern wird bisher meistens mit Bodenstehenden Heizkesseln realisiert. Durch die Möglichkeit, Wandgeräte mit Kaskadenschaltungen zu betreiben, nimmt aber auch hier der Anteil von Heizzentralen mit Wandgeräten, oft auf dem Dachboden, zu. Die Versorgung mit Warmwasser erfolgt in beiden Fällen in der Regel über einen Speicher- Wassererwärmer. Bei einer dezentralen Wärmeversorgung von Wohneinheiten werden meistens keine Bodenstehenden Heizkessel, sondern Wandgeräte eingesetzt. Die Trinkwassererwärmung kann dann entweder mit einem Kombiwasserheizer oder in einem Speicher- Wassererwärmer erfolgen, der entweder separat steht oder in ein Kompaktgerät integriert ist (z. B. Vitodens 333 mit Ladespeicher). Die Aufstellung des Wärmeerzeugers sowie die Verlegung der Leitungen erfolgt in jedem Fall innerhalb der Wärmegedämmten Gebäudehülle.

Ein Vergleich zwischen die zentrale Wärmeerzeugung und der verschiedenen Varianten der dezentralen Wärmeerzeugung:
– je Wohnung ein Heiz- (NT) oder Brennwertgerät mit Speicher- Wassererwärmer und Zirkulation
– je Wohnung ein Heiz- (NT) oder Brennwertgerät mit Speicher- Wassererwärmer ohne Zirkulation
– je Wohnung ein Kombi-Wasserheizer (Heiz- (NT) oder Brennwertgerät).
Für die Berechnung gilt der auf das gesamte Gebäude bezogene maximal zulässige Primärenergiebedarf, der nicht überschritten werden darf. Es wird also bezüglich des Grenzwertes kein Unterschied zwischen zentraler und dezentraler Lösung gemacht. Damit muss jede dezentrale Anlagentechnik die Anlagenaufwandszahl erreichen, die auch für die zentrale Anlage gilt. Die Berechnung für das System mit Zirkulationsleitungen erfolgt so, als wäre die einzelne Wohnung ein eigenständiges Gebäude mit entsprechender Nutzfläche AN. Dieser Fall ist allerdings ungewöhnlich, da in diesen Wohnungen kaum Zirkulationsleitungen vorgesehen werden. Die DIN V 4701 Teil 10 hat diesem Umstand Rechnung getragen und für wohnungszentral mit Warmwasser versorgte Wohnungen eine Sonderregelung vorgesehen. Aufgrund der kurzen Verteilwege des Warmwassers wird die Hilfsenergie für die Verteilung vernachlässigt (DIN V 4701 Teil 10, C 1.2.2.). Die Ergebnisse zeigen, dass alle betrachteten dezentralen Lösungen energetische Nachteile gegenüber der zentralen Wärmeerzeugung aufweisen. Den geringsten primärenergetischen Aufwand verursacht das Brennwert- Kombigerät, bei dem das Trinkwasser im Durchlauf erwärmt wird. Hier müssen allerdings Komforteinbußen in Kauf genommen werden, da abhängig von den Zapfraten Temperaturschwankungen entstehen können. Argumente für eine dezentrale Anlagentechnik liegen vor allem in der verursachergemäßen Zuordnung der Betriebskosten. Für diesen Vorteil ist aber, zumindest nach EnEV- Berechnung, ein Mehraufwand an Energie in Kauf zu nehmen. Um EnEV- gerechte Mehrfamilienwohnhäuser mit dezentraler Anlagentechnik zu errichten, muss ein erhöhter Aufwand seitens der Bauphysik (Wärmedämmung) getrieben werden. In diesem Zusammenhang muss darauf hingewiesen werden, dass die Heizwärmeeinsparung, die durch eine Verbesserung der Wärmedämmung erreicht werden kann, immer zu einer Erhöhung der Anlagenaufwandszahl eP führt. Die Ursache liegt in der Abhängigkeit der Anlagenaufwandszahl von der Auslastung der Anlage und damit vom Jahres-Heizwärmebedarf. Wird weniger Wärme benötigt, so sinkt die Auslastung des Heizkessels. Damit wird der Nutzungsgrad schlechter, denn das Verhältnis von Nutzen zu Verlust des Heizkessels sinkt. Wird also zur Einhaltung der EnEV Grenzwerte der Jahres-Heizwärmebedarf durch eine verbesserte Wärmedämmung verringert, so erfordert dies eine erneute Berechnung der Anlagenaufwandszahl eP. Der ursprünglich ermittelte Wert kann nicht übernommen werden. Dies gilt im Übrigen auch für die Ausstellung des Energiebedarfsausweises. Wird während der Bauphase die Wärmedämmung verbessert, so ist mit einer Verschlechterung der Anlagenaufwandszahl eP zu rechnen. Dieses erfordert eine Neuberechnung, um nicht in der Fachunternehmererklärung ein eP zu bestätigen, das aufgrund der optimierten Wärmedämmung nicht mehr erreicht werden kann. Davon unabhängig wird der Primärenergiebedarf mit besserer Wärmedämmung natürlich geringer.

Von Georg am 28.02.09 14:19 |

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