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Anlagentechnik für die EnEV – Wärmeerzeugung im Mehrfamilienwohnhaus zentral/dezentral

Eine zentrale Wärmeversorgung von Mehrfamilienwohnhäusern wird bisher meistens mit Bodenstehenden Heizkesseln realisiert. Durch die Möglichkeit, Wandgeräte mit Kaskadenschaltungen zu betreiben, nimmt aber auch hier der Anteil von Heizzentralen mit Wandgeräten, oft auf dem Dachboden, zu. Die Versorgung mit Warmwasser erfolgt in beiden Fällen in der Regel über einen Speicher- Wassererwärmer. Bei einer dezentralen Wärmeversorgung von Wohneinheiten werden meistens keine Bodenstehenden Heizkessel, sondern Wandgeräte eingesetzt. Die Trinkwassererwärmung kann dann entweder mit einem Kombiwasserheizer oder in einem Speicher- Wassererwärmer erfolgen, der entweder separat steht oder in ein Kompaktgerät integriert ist (z. B. Vitodens 333 mit Ladespeicher). Die Aufstellung des Wärmeerzeugers sowie die Verlegung der Leitungen erfolgt in jedem Fall innerhalb der Wärmegedämmten Gebäudehülle.

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Von Georg am 28.02.09 14:19 |

Anlagentechnik für die EnEV – Trinkwassererwärmung

Solare Trinkwassererwärmung

Solarenergie ist kostenlos. Und effektiv, auch in unseren Breiten. Vorausgesetzt, man nutzt ein Solarsystem mit hocheffizienten Kollektoren und abgestimmten Systemkomponenten, z.B. aus dem Vitosol Programm. Ein solches Solarsystem kann bis zu 60% des jährlichen Energiebedarfs zur Trinkwassererwärmung von Ein- und Zweifamilienhäusern einsparen. In den Sommermonaten reicht die Sonnenenergie sogar aus, um die Trinkwassererwärmung vollständig zu übernehmen. Aus diesem Grunde führt der Einsatz von Solarenergie zur Trinkwassererwärmung zu einer erheblichen Verringerung des Die Reduzierung des Primärenergiebedarfs liegt zwischen 9 und 17 kWh (m²•a). Bei einem angenommenen Trinkwasserwärmebedarf von 12,5 kWh/(m²•a) und einer solaren Deckungsrate von ca. 60% wird der Nutzwärmebedarf des Gebäudes um etwa 7 kWh/(m²• a) verringert. Gleichzeitig werden die Verluste bei Speicherung und Verteilung kompensiert sowie für die Sommermonate die Verluste des Heizkessels vermieden, da der Heizkessel abgeschaltet werden kann, solange die Solaranlage den gesamten Trinkwasserwärmebedarf deckt.

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Von Georg am 27.02.09 13:58 |

Anlagentechnik für die EnEV - Wärmepumpen ohne Primärenergienachweis

Aufgrund des steigenden Umweltbewusstseins gewinnt die Nutzung regenerativer Energien zunehmend an Bedeutung. Im Rahmen dieser Entwicklung erlebt die Wärmepumpe eine Renaissance. Die technischen Unzulänglichkeiten, die den ersten Boom Anfang der 80er Jahre schnell wieder abflauen ließen, sind behoben. Heute stellt die Wärmepumpe ein zuverlässiges, Kosten sparendes und zukunftssicheres Heizsystem dar, das zudem besonders umweltschonend arbeitet. Die Wirkungsweise einer Wärmepumpe beruht darauf, der Umgebung (Grundwasser, Erdreich, Luft) Wärme zu entziehen und diese auf ein höheres Temperaturniveau anzuheben, so dass sie zur Wohnungsheizung und Warmwasserbereitung genutzt werden kann. Wegen der Nutzung der Umweltenergie liegen die Erzeugeraufwandszahlen deutlich unter 1. Im Vergleich zur Niedertemperatur oder Brennwerttechnik werden erheblich günstigere Aufwandszahlen erreicht. Beispielsweise werden im Einfamilienwohnhaus gegenüber einem Niedertemperatur-Heizkessel mehr als 50 kWh/(m²•a) eingespart. Energetisch weisen Wärmepumpen in der Regel so große Vorteile auf, dass die EnEV auf die Berechnung des realen Primärenergiebedarfes verzichtet.

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Von Georg am 26.02.09 12:09 |

Anlagentechnik für die EnEV - Brennwerttechnik

Im Vergleich zu Niedertemperatur- Heizkesseln erreichen Brennwertkessel eine bis zu 10 % höheren Jahres-Nutzungsgrad. Diese Nutzungsgradsteigerung findet sich auch in den Erzeugeraufwandszahlen und damit beim Primärenergiebedarf wieder. Egal ob Ein- oder Mehrfamilienwohnhaus, ob Aufstellung innerhalb oder außerhalb der thermischen Hülle: Brennwertnutzung führt in der EnEV- Berechnung von Wohngebäuden mit NEH- Standard zu einer Reduzierung des Primärenergiebedarfs von 10 bis 15 kWh/(m²• a) gegenüber der Niedertemperaturtechnik.


Gas-Brennwertgeräte

Der Vergleich zwischen Niedertemperatur und Brennwerttechnik beruht auf Norm- (NT) bzw. BDH- Kennwerten (Brennwert). Noch günstiger schneidet die Brennwerttechnik ab, wenn Produktkennwerte des Vitotec Programms verwendet werden. Hinsichtlich ihrer Nutzungsgrade nehmen die Brennwertkessel Vitodens und Vitocrossal Spitzenplätze ein. Dies zeigt sich auch deutlich bei den geringeren Anlagenaufwandszahlen, die bei Berücksichtigung dieser Geräte erreicht werden.

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Von Georg am 25.02.09 11:41 |

Anlagentechnik für die EnEV – Niedertemperaturtechnik

Auch wenn die Aufstellung innerhalb der thermischen Hülle vorteilhaft ist, lässt sie sich nicht immer realisieren. Aber auch im Keller ist die Niedertemperatur- Technik absolut EnEV tauglich. Wird mit herstellerspezifischen Produktkennwerten gerechnet, so lassen sich moderne Niedertemperatur-Heizkessel wie Vitopend oder Vitola und Vitorond 200 von Viessmann auch beim Niedrigenergiehausstandard außerhalb der thermischen Hülle EnEV gerecht aufstellen.

Von Georg am 24.02.09 10:43 |

Anlagentechnik für die EnEV

Die verschiedenen Komponenten einer Heizungsanlage bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten, auf den Primärenergiebedarf eines Gebäudes Einfluss zu nehmen. Im folgenden Abschnitt werden die wichtigsten anlagentechnischen Stellschrauben vorgestellt und anhand von 2 Beispielgebäuden bewertet:


Einfamilienwohnhaus:

Niedrigenergiehausstandard,
qh = 70 kWh/(m²•a)
Nutzfläche AN = 200 m²
A/Ve = 0,9
qP,zul = 127,4 kWh/(m²•a)


Mehrfamilienwohnhaus:

Niedrigenergiehausstandard,
qh = 55 kWh/(m²• a)
Nutzfläche AN = 2500 m² (25 Wohnungen),
A/Ve = 0,5,
qP,zul = 89,6 kWh/(m²• a).


– Aufstellung außerhalb oder innerhalb der thermischen Hülle?
– Brennwert-, Niedertemperaturtechnik oder Wärmepumpe?
– mit oder ohne Solarthermie?
– kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung?
– Art der Trinkwassererwärmung?
– Verzicht auf Zirkulationskreis sinnvoll?

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Von Georg am 23.02.09 9:56 |

EnEV Auswirkungen auf die gesamtheitliche Gebäudeplanung

Zusammenhang von Anlagentechnik und Bauphysik

Ein beispielhaftes Einfamilienwohnhaus, eine Verknüpfung von Anlagentechnik und Bauphysik:
– AN = 200 m²,
– A/Ve = 0,9,
– qP,zul = 127,4 kWh/(m²•a) [140,7 kWh/(m²• a) für dezentral elektrische Trinkwassererwärmung],
– qh = 70 kWh/(m²• a)
Die betrachteten Anlagenbeispiele sind der DIN V 4701 Teil 10, Beiblatt 1 entnommen. Nach der DIN V 4701 Teil 10 ist die Anlagenaufwandszahl vom Jahres-Heizwärmebedarf abhängig und nicht konstant. Für eine ausführliche Berechnung müsste in mehreren Schritten vorgegangen werden: Zunächst wird für einen angenommenen Jahres-Heizwärmebedarf [hier 70 kWh/(m²•a)] und die gewählte Anlagentechnik das zugehörige eP ermittelt. Werden dann aufgrund des Ergebnisses an der Gebäudehülle Veränderungen vorgenommen, so ist eine erneute Berechnung der eP-Zahl mit dem neuen Jahres-Heizwärmebedarf durchzuführen. Veränderungen an der Gebäudehülle sind dann notwendig, wenn im ersten Berechnungsschritt der zulässige Primärenergiebedarf überschritten wird (Maßnahme: Senkung des Jahres- Heizwärmebedarfs). Die Anlagenaufwandszahlen sind dagegen immer auf einen Jahres-Heizwärmebedarf von 70 kWh/(m²•a) bezogen. Zu beachten ist auch, dass der zulässige Primärenergiebedarf für das Beispiel der Elektro- Direktheizung aufgrund der dezentral elektrischen Trinkwassererwärmung mit 140,7 kWh/(m²•a) deutlich höher sein darf als bei den übrigen Anlagentechniken. Für höhere Aufwandszahlen eP wie beispielsweise bei der Stromheizung ein höheres Dämmniveau erforderlich, um die EnEV einzuhalten.

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Von Georg am 22.02.09 17:16 |

EnEV Grundlagen - Der Berechnungsweg für den Primärenergienachweis Schritte 4-6

Schritt 4 Wärmebedarf zur Trinkwassererwärmung qtw

Zur Ermittlung des Wärmebedarfs für die Trinkwassererwärmung qtw gibt die EnEV einen Wert von 12,5 kWh/(m²•a) vor.


Schritt 5 Ermittlung der anlagenspezifischen Aufwandszahl eP

Abhängig von der ausgewählten Anlagentechnik ergibt sich eine anlagenspezifische Aufwandszahl ep,vorhanden die den Primärenergieaufwand in Bezug auf die erzeugte Nutzwärme beschreibt.
ep,vorhanden = QP / (Qh + Qt ) = qP / (qh + qt )
Hier kann sowohl mit absoluten als auch mit spezifischen Größen (bezogen auf die Nutzfläche) gerechnet werden. Entsprechend diesem Rechengang kann auch ein Vergleich eines zentralen und eines dezentralen Systems erfolgen Die benötigte Wärmeenergie für die Trinkwassererwärmung (nach EnEV) sowie für die Heizung (berechnet nach DIN V 4108 Teil 6), also die Ausgangsgrößen, sind für alle drei betrachteten Varianten identisch. Die DIN V 4701 Teil 10 gibt dann für die gewählten Varianten der Trinkwassererwärmung und der Führung der Verteilungsleitungen (innerhalb oder außerhalb der thermischen Hülle) die Verluste vor, diese sind in Abhängigkeit der Nutzfläche AN in der DIN tabelliert. Gleiches gilt für die Verluste bei der Heizwärmeerzeugung. Ein Teil der Speicher- und Verteilungsverluste bei der Trinkwassererwärmung kommt allerdings der Heizwärme zugute. Dieser „Gewinn” ist bei innen verlegten Leitungen natürlich größer als bei Leitungen außerhalb der thermischen Hülle. Bei Aufstellung des Speicher- Wassererwärmer außerhalb der thermischen Hülle kann keine Gutschrift der Verluste erfolgen. Die sich ergebenden Summen an Nutzenergie für Trinkwassererwärmung und Heizung wird zunächst mit der Wärmeerzeuger- Aufwandszahl eg multipliziert, Ergebnis ist die Endenergie. Aus der jeweiligen Endenergie ergibt sich mit dem Primärenergiefaktor fP die einzusetzende Primärenergie.

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Von Georg am 21.02.09 16:42 |

EnEV Grundlagen - Der Berechnungsweg für den Primärenergienachweis Schritte 1-3

Schritt 1 A/Ve- Verhältnis

Für ein vorgegebenes Wohngebäude wird das Verhältnis der äußeren Umhüllungsfläche A zum eingeschlossenen Volumen Ve gebildet. Für die nachfolgende Beispielrechnung wird ein 10-Familienwohnhaus angenommen, jede Wohnung soll eine Nutzfläche von 100 m² besitzen, für das Gesamtgebäude ergibt sich damit eine Nutzfläche AN von 1000 m2. Das A/Ve-Verhältnis wird aufgrund des Architektenentwurfs berechnet und beträgt für das Beispiel 0,5 m-1.


Schritt 2 Maximal zulässiger Primärenergiebedarf qP,zul

Für den maximal zulässigen Primärenergiebedarf gibt die EnEV für Wohngebäude zwei Berechnungsformeln vor, die sich am A/Ve- Verhältnis sowie an der Art der Trinkwassererwärmung orientieren und zwei Varianten für zentrale bzw. überwiegend elektrische Trinkwassererwärmung beinhalten. qP,zul = 50,94 + 75,29 • A/Ve + 2600 / (100 + AN)

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Von Georg am 20.02.09 16:03 |

EnEV Grundlagen – Der Berechnungsweg für den Primärenergienachweis

1. Ermittlung des A/Ve- Verhältnisses
2. Berechnung des maximal zulässigen Primärenergiebedarfs qP,zul
3. Berechnung des Jahres-Heizwärmebedarfs nach DIN 4108 Teil 6 für den ausgewählten Wärmedämmstandard qh
4. Berücksichtigung der Warmwasserbereitung bei Wohngebäuden, Festwert qtw = 12,5 kWh/(m²•a) übernehmen
5. Ermittlung der anlagenspezifischen Aufwandszahl ep nach DIN 4701 Teil 10 für die ausgewählte Heizsystemtechnik
6. Überprüfung, ob die notwendige Primärenergie geringer ist als die zulässige gemäß Schritt 2. Wenn nein:
– Verbesserung des Wärmedämmstandards und damit Senkung des Jahres-Heizwärmebedarfs
oder
- Auswahl einer Heizungsanlagen-Systemtechnik mit geringer Aufwandszahl


Alle einzelnen Berechnungspunkte werden in den nächsten Artikeln genauer erklärt.

Von Georg am 19.02.09 15:51 |

EnEV Grundlagen – Die Berechnung der Anlagenaufwandszahl Detailliertes Verfahren

Soweit vorhanden können auch andere Werte als die Tabellenwerte aus der Norm DIN V 4701 Teil 10 genutzt werden. Auch eine Mischung der Normwerte mit anderen Werten ist zulässig. Allerdings müssen die verwendeten Werte zertifiziert sein, beispielsweise als generell gültige Werte über Verbände oder als produktspezifische Kennwerte mittels einer Herstellererklärung. Die Berechnung erfolgt analog zum Tabellenverfahren in den zusammenfassenden Formularen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass nicht die Werte aus den Tabellen der DIN V 4701 T10, sondern andere Werte, z. B. produktspezifische Kennwerte eines Herstellers, eingesetzt werden. Hinweis: Bei Einsatz entsprechend energieeffizienter Anlagenkomponenten und der damit verbundenen Kennwerte ergeben sich deutlich günstigere Verlustwerte und damit insgesamt bessere Anlagen-Aufwandszahlen.

Von Georg am 18.02.09 15:17 |

EnEV Grundlagen – Die Berechnung der Anlagenaufwandszahl Tabellenverfahren

Es besteht auch die Möglichkeit, mit Hilfe des Tabellenverfahrens nach DIN V 4701 Teil 10 Anlagen zu berechnen. Dazu werden in der Norm in Tabellen Standardwerte für Wärmeerzeuger und andere Komponenten vorgegeben. Die Werte sind in Abhängigkeit von der Nutzfläche AN angegeben. Da die Tabellenwerte nicht produktspezifisch sind, wurden sie so festgelegt, dass praktisch alle am Markt befindlichen Komponenten die Werte auch erreichen. Die Tabellenwerte stellen einen unteren Marktdurchschnitt dar, deshalb führt die Berechnung der Anlagenaufwandszahl mit dem Tabellenverfahren nicht zu den günstigsten Ergebnissen. Mit Hilfe dieser Tabellen in der Norm werden für alle Anlagenkomponenten (Wärmeerzeuger, Verteilsystem, Wärmeabgabe, Trinkwassererwärmung, Zirkulation usw.) Komponentenbezogene Aufwandszahlen bzw. Verlustenergien abgelesen und in einem Formblatt verknüpft. Außerdem werden Hilfsenergien einbezogen und primärenergetisch bewertet. Die Berechnung erfolgt zunächst separat für Lüftung, Trinkwassererwärmung und Heizung. Exemplarisch wird im Folgenden der Berechnungsgang für die Heizung beschrieben. Der spezifische Jahres-Heizwärmebedarf ergibt sich aus den Berechnungen zum Wärmeschutz gemäß der DIN V 4108 Teil 6 und muss zur Auswahl der richtigen Werte bekannt sein.

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Von Georg am 17.02.09 14:54 |

EnEV Grundlagen - Die Berechnung der Anlagenaufwandszahl Diagrammverfahren

Um den Planern bei der Anlagenauswahl die Arbeit zu erleichtern, geben die DIN V 4701 Teil 10 sowie das Beiblatt 1 zur Norm für ausgewählte Anlagenschemata in Abhängigkeit von der Nutzfläche AN und dem Heizwärmebedarf qh Diagramme vor, aus denen die Anlagenaufwandszahl ep (einschließlich aller Verluste) direkt abgelesen werden kann. Im Bild ist ein Beispiel für ein Gebäude mit 150 m2 Nutzfläche und einem Heizwärmebedarf von 70 kWh/(m²• a) eingezeichnet. Aus dem Diagramm ergibt sich direkt eine Anlagenaufwandszahl eP von 1,73. Dieser Wert gilt für einen Niedertemperatur-Heizkessel (70/55°C) mit zentraler Trinkwassererwärmung (mit Zirkulation), beides außerhalb der thermischen Hülle aufgestellt, sowie außerhalb der thermischen Hülle verlegte horizontale und innerhalb installierte vertikale Verteilung mit Radiatorenheizkörpern und Thermostatventilen (Xp = 1 K). Das Ergebnis gilt ausschließlich für die oben beschriebene Anlage. Neben den Komponenten sind auch die Systemtemperatur, die Verlege art der Verteilleitungen etc. vorgegeben und können nicht frei gewählt werden. Die in Diagrammen erfassten 71 Anlagenschemen decken zwar viele Anwendungen ab, aber es sind nicht alle denkbaren Anlagenkonfigurationen hinterlegt.

Von Georg am 16.02.09 13:56 |

EnEV Grundlagen - Die Berechnung der Anlagenaufwandszahl

Für die Ermittlung der Anlagenaufwandszahl dient die DIN V 4701 Teil 10. Es können drei verschiedene Berechnungsverfahren eingesetzt werden. Dies sind: das Diagrammverfahren, das Tabellenverfahren und das Detaillierte Verfahren. Jedes einzelne Verfahren wird in den nächsten Beiträgen genauer erklärt.


Vorteile

Allein durch die Verwendung von BDH- oder herstellerspezifischen Kennwerten als Normkennwerten kann die Anlagenaufwandszahl nennenswert gesenkt werden. Dies liegt daran, dass sich die in der Norm tabellierten Kennwerte an einem unteren energetischen Durchschnitt der marktverfügbaren Produkte orientieren, um keine Produkte auszuschließen (so genannter „30%- Level”). Der Stand der Technik insbesondere in der Brennwerttechnik ist allerdings deutlich besser. Damit besteht allein durch frühzeitige Auswahl des konkreten Wärmeerzeugers und Aufnahme der entsprechenden Kennwerte in die EnEV Berechnung und den Energiebedarfsausweis die Möglichkeit, den rechnerischen Primärenergiebedarf zu senken und damit die Vorgaben der EnEV leichter zu erfüllen. Allerdings ist die Festlegung dann bereits in der Planungsphase notwendig, um die Vorteile bei einer gesamtheitlichen energetischen Betrachtung des zu errichtenden Gebäudes auch nutzen zu können. Die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Energiebedarfsausweis gibt vor, dass bei Verwendung von anderen als Normkennwerten dem Ausweis Dokumente beizufügen sind, die die Einhaltung der zugrunde gelegten Werte belegen (z. B. Herstellererklärungen).

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Von Georg am 15.02.09 13:45 |

EnEV Grundlagen - Zusammenhang von EnEV und DIN-Normen

Während die EnEV lediglich die Rahmenbedingungen des Primärenergiebedarfes festlegt, sind die eigentlichen Berechnungsvorschriften für den Heizwärmebedarf (also die Wärmedämmung und Luftdichtigkeit des Gebäudes) sowie für die Effizienz der Anlagentechnik (Anlagenaufwandszahl) in den beiden begleitenden Normen festgelegt. Die DIN V 4701 Teil 10, die die Berechnungsgrundlagen für die Anlagentechnik schafft, sowie die entsprechende Regel für die Bauphysik, die DIN V 4108 Teil 6, liegen als Vornormen vor. Die Verknüpfung von Jahres-Heizwärmebedarf und Anlagenaufwandszahl ergibt sich aus folgender Gleichung: qp = eP • (qh + qtw). Der Jahres-Heizwärmebedarf ergibt sich aus der begleitenden DIN V 4108 Teil 6, die Anlagenaufwandszahl eP aus der DIN V 4701 Teil 10. Der Trinkwasserwärmebedarf ist in der EnEV als Pauschalwert mit 12,5 kWh/(m²•a) (bezogen auf die Gebäudenutzfläche) festgelegt, um aufwändige Dimensionierungsrechnungen zu vermeiden.


Heizwärmebedarf qh gemäß DIN V 4108 T 6 für die Bauphysik

Die DIN V 4108 Teil 6 regelt analog zur außer Kraft gesetzten Wärmeschutz- Verordnung die Berechnung des Jahres-Heizwärmebedarfs des Gebäudes. Hierzu werden alternativ zwei Rechenvarianten angeboten: das Monats- und das Heizperioden- Bilanzverfahren. Beide Verfahren bilanzieren die Wärmeverluste (Transmission und Lüftung) sowie die Gewinne (solare und interne) in einem bestimmten Zeitraum.

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Von Georg am 14.02.09 12:34 |

EnEV Grundlagen - Die wichtigsten Kenngrößen eines Gebäudes

Im Rahmen der EnEV erhalten TGA- Planer und Architekt gemeinsam ein großes Maß an Freiheit, die energetische Qualität eines Gebäudes sicherzustellen. Als maßgebliche Größen dienen nur der Primärenergiebedarf qP,zul und der maximal zulässige Transmissionswärmeverlust HT´. Beide Werte sind in Tabellen innerhalb der EnEV vorgegeben und benötigen nur wenige zusätzliche Angaben, um sie festzulegen.


Das A/Ve-Verhältnis und die Nutzfläche AN

Die A/Ve-Kennzahl stellt das Verhältnis von äußerer Gebäudehüllfläche A, (also Außenwände + Kellerdecke + Dachfläche bzw. oberste Geschossdecke) und dem davon eingeschlossenen beheizten Gebäudevolumen (umbauter Raum) Ve dar. Je kompakter ein Gebäude ist, desto kleiner wird A/Ve. Die Nutzfläche AN ergibt sich aus dem umbauten Volumen Ve nach der Formel AN = 0,32 • Ve und ist nicht immer identisch mit der realen beheizten Wohnfläche. In der Regel ist die wirkliche Wohnfläche etwa 20% kleiner.

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Von Georg am 13.02.09 12:03 |

EnEV Grundlagen

Primärenergiebedarf als Grundgedanke

Nun ist nicht mehr der Heizwärmebedarf, sondern der maximal zulässige Primärenergiebedarf, der für die Gebäudebeheizung und –belüftung sowie für die Trinkwassererwärmung erforderlich ist, per Verordnung begrenzt. Bei dieser Betrachtung fließen sowohl Gebäude-Wärmedämmung- als auch anlagentechnische Maßnahmen ein. Damit bietet die EnEV den neuen Ansatz, Bauphysik und Heizungsanlagentechnik (einschließlich Lüftung und Trinkwassererwärmung) nicht mehr getrennt, sondern gemeinsam zu betrachten: Der Primärenergiebedarf qP kann auch in einem weniger gut Wärmegedämmten Haus unter dem zulässigen Grenzwert qP,zul gehalten werden, wenn die entsprechende effiziente Anlagentechnik (kleine Anlagenaufwandszahl eP) gewählt wird. Andererseits kann ein sehr gutes Wärmegedämmtes Haus (geringer Heizwärmebedarf qh) mit einer einfacheren Anlagentechnik ausgestattet werden. Um Ihnen die Grundlagen der EnEV noch näher zu bringen werden wir noch weitere Beiträge zu diesem Thema veröffentlichen. Die Themen werden sein:
- Die wichtigsten Kenngrößen eines Gebäudes
- Zusammenhang von EnEV und den DIN-Normen
- Die Berechnung der Anlagenaufwandszahl
- Der Berechnungsweg für den Primärenergienachweis

Von Georg am 12.02.09 11:19 |

EnEV Einleitung

Zielsetzung der Fachreihe

Ziel der vorliegenden Fachreihe ist es, grundlegende Zusammenhänge und Rechenverfahren der Energie- Einsparverordnung (EnEV) vorzustellen und zu erläutern. Nachfolgend werden im Detail verschiedene anlagentechnische Möglichkeiten anhand von Beispielen bewertet, um Architekten, Planern und Fachhandwerkern Hilfestellung bei der Auswahl einer geeigneten Anlagentechnik zu geben.


Zweck der EnEV

Die Energie-Einsparverordnung soll einen Beitrag dazu leisten, die selbst auferlegte Verpflichtung Deutschlands einzuhalten, bis zum Jahr 2005 gegenüber dem Stand von 1990 25% CO2 weniger zu emittieren. Nach einer deutlichen Reduzierung Anfang der 90er Jahre konnten in den letzten Jahren kaum weitere Einsparungen erzielt werden.

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Von Georg am 11.02.09 16:40 |

Weiterlesen im EnEV: Februar 2009 Archiv

Stichworte auf einen Blick

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