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Brennwerttechnik - Kondenswasserbehandlung

Das während des Heizbetriebes im Wärmeerzeuger und in der Abgasleitung anfallendes Kondenswasser muss abgeleitet werden. Bei einem Gasverbrauch von 3000 m³/a in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus können immerhin rund 3000 bis 3500 l/a Kondenswasser entstehen. In Abhängigkeit von der Rücklauftemperatur stellt sich eine bestimmte Abgastemperatur ϑA ein, die wiederum die Kondensatzahl α beeinflusst. α wird 1, wenn die gesamte theoretisch mögliche Kondenswassermenge entsteht (Vollkondensation). Da der pH-Wert in Richtung „sauer” verschoben ist und Inhaltsstoffe im Kondenswasser enthalten sein können, hat die Abwassertechnische Vereinigung das Arbeitsblatt ATV-DVWK-A 251 herausgegeben, dessen Regeln die meisten kommunalen Abwasserordnungen zugrunde liegen.

Direkte Einleitung von Kondenswasser

Für Gas-Brennwertkessel unter 25 kW bestehen keine Bedenken gegen eine direkte Einleitung. Der Kondenswasseranteil am gesamten Abwasseraufkommen ist so gering, dass eine ausreichende Verdünnung durch häusliches Abwasser gewährleistet ist. Gleiches gilt für Öl- Brennwertkessel, die ausschließlich mit schwefelarmem Heizöl betrieben werden. Auch bei höheren Nenn- Wärmeleistungen bis 200 kW kann das Kondenswasser von Gas-/Öl- Brennwertanlagen (Voraussetzung: schwefelarmes Heizöl) ohne Neutralisation eingeleitet werden, wenn die Randbedingungen erfüllt werden. Diese Randbedingungen sind so festgelegt, dass mindestens eine Verdünnung mit normalen Abwässern im Verhältnis 1: 20 erreicht wird. Für die Genehmigung zur Einleitung ist bei allen Brennwertgeräten die jeweilige örtliche Untere Wasserbehörde zuständig, die aufgrund der örtlichen Gegebenheiten die Entscheidung fällt. Werkstoffe für Kondenswasserleitungen Sofern von der Einleitungs- bis zu einer Sammelstelle eine Rohrleitung ausschließlich für Kondenswasser genutzt wird und keine Verdünnung – auch nicht gelegentlich – stattfindet, sollten besondere Werkstoffe gewählt werden. Nach Arbeitsblatt ATV-DVWK-A 251 sind dies:
– Steinzeugrohre
PVC- hart- Rohre
PVC-Rohre
– PE-HD-Rohre
– PP-Rohre
ABS/ASA- Rohre
– Nichtrostende Stahlrohre
– Borosilikat- Rohre.
Der Kondenswasserablauf zum Abwasser- Kanalanschluss muss einsehbar und sollte mit einem Geruchsverschluss versehen sein.


Einsatz von Neutralisationsanlagen

Ist eine Neutralisation vorgeschrieben, so erfolgt eine PH-Wert-Verschiebung des Kondenswassers in Richtung „neutral”. Dazu wird das Kondenswasser durch die Neutralisationsanlage geleitet. Diese besteht im Wesentlichen aus einem mit Granulat gefüllten Behälter. Ein Teil des Granulats (Magnesiumhydroxid) löst sich im Kondenswasser, reagiert hauptsächlich mit der Kohlensäure unter Bildung eines Salzes und verschiebt so den pHWert auf 6,5 bis 9. Wichtig ist, dass die Anlage im Durchlauf betrieben wird, damit nicht in Stillstandsphasen übermäßige Granulatmengen in Lösung gehen. Das Behältervolumen muss auf die erwartete Kondenswassermenge angepasst und so bemessen werden, dass eine Füllung zumindest für eine Heizperiode ausreicht. Nach Installation der Anlage sollte aber in den ersten Monaten gelegentlich eine Kontrolle vorgenommen werden. Außerdem ist eine jährliche Wartung vorzunehmen. Bei Öl-Brennwertkesseln, die nicht ausschließlich mit schwefelarmem Heizöl (≤ 50 ppm) betrieben werden, ist auch weiterhin eine Neutralisationseinrichtung vorzusehen. Die Neutralisationseinrichtung für Öl- Brennwertkessel verfügt über eine Vorgeschaltete Absetzkammer und einen Aktivkohlefilter zur Bindung von Ölderivaten. Die Granulatfüllung zur Anhebung des pH-Wertes besteht aus Magnesiumhydroxid.

Von Georg am 23.03.09 14:23 |

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