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Brennwerttechnik - im Gebäudebestand

Aber nicht nur bei geringen Auslastungen, also niedrigen Heizsystemtemperaturen, kann die Kondensationswärme genutzt werden. Selbst bei einem Heizsystem der Auslegung 75/60°C wird bis Auslastungen von mehr als 90% bzw. Außentemperaturen bis herunter zu -11,5°C bei Erdgas die Taupunkttemperatur im Rücklauf soweit unterschritten, dass der Wasserdampf im Heizgas kondensieren kann. Damit wird die Anlage auch bei der hohen Auslegungstemperatur von 75/60°C zu mehr als 90% im Brennwertbereich betrieben. Noch idealer sind die Verhältnisse bei niedrig temperierten Heizsystemen wie Fußbodenheizung (40/30°C), bei denen ein ganzjähriger Brennwertbetrieb realisiert wird.


Überdimensionierung von Altanlagen erlaubt Temperaturabsenkung

Erfahrungsgemäß sind in Altbauten oft viel zu große Heizkörper installiert. Diese Überdimensionierung ergibt sich zum einen aus einer großzügigen Auslegung bei der Erstinstallation, zum anderen aus den im Laufe der Jahre durchgeführten Maßnahmen zur Gebäude-Wärmedämmung: Durch nachträglich eingebaute neue Fenster, Fassaden- und Dach-Wärmedämmungen wurde der Heizwärmebedarf häufig erheblich gesenkt, die Heizkörper sind aber unverändert geblieben. So können Vor- und Rücklauftemperatur gegenüber der ursprünglichen Auslegung (z. B. 90/70°C) erheblich gesenkt werden.

Um wie viel eine auf 90/70°C ausgelegte Anlage abgesenkt werden kann bzw. überdimensioniert ist, lässt sich vor Ort abschätzen: Hierzu wird ein einfacher Test durchgeführt. Im Winter, bei kalten Außentemperaturen, sollten alle Heizkörperventile abends geöffnet und am nächsten Nachmittag Vor- und Rücklauftemperaturen abgelesen werden. Voraussetzung ist, dass die Kessel- oder Mischerregelung so eingestellt ist, dass sich die Raumtemperaturen bei vollständig geöffneten Heizkörperventilen im gewünschten Bereich (20 bis 23°C) bewegen. Die Heizflächen sind somit um 40% überdimensioniert. Das heißt, bei der tiefsten angenommenen Außentemperatur (z. B. -15°C) würde die mittlere Heizwassertemperatur nicht, wie ausgelegt, 80°C betragen müssen, sondern lediglich gut 65°C. Die Kondensationsgrenze für die Heizgase bei der Erdgasverbrennung liegt bei etwa 57°C. Diesen Wert muss die Rücklauftemperatur unterschreiten, um eine Teilkondensation der Heizgase herbeizuführen und damit Brennwertnutzen zu erreichen. Im dargestellten Beispiel mit einer Überdimensionierung von 1,4 wird diese Rücklauftemperatur bei Außentemperaturen bis zu -12,5°C unterschritten. Auf einen vollständigen oder teilweisen Brennwertnutzen muss also im dargelegten Beispiel nur an den Tagen verzichtet werden, an denen die Außentemperatur weniger als -12,5°C beträgt! An diesen Tagen arbeitet ein Brennwertgerät aber immer noch effizienter als ein Niedertemperaturheizkessel bedingt durch die wesentlich niedrigeren Abgastemperaturen.

Von Georg am 17.03.09 10:50 |

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