Sicher-Heizen.de

Brennwerttechnik - Emissionen und Abgassystem

Emissionen

Die besonders schadstoffarme Verbrennung mit modernen MatriX Strahlungsbrennern sorgt dafür, dass Viessmann Brennwertgeräte die Grenzwerte aller bestehenden Vorschriften weit unterschreiten. Schadstoff-Emissionen liegen teilweise bereits unterhalb der technischen Nachweisgrenze. Die extrem niedrigen Schadstoff- Emissionen des MatriX- Strahlungsbrenners beruhen auf der vollständigen Gas/Luft-Vormischung und der besonders niedrigen Verbrennungstemperatur aufgrund der großen halbkugelförmigen Reaktionsfläche. Ein hoher Anteil der entstehenden Wärme wird durch Infrarot-Wärmestrahlung aus der Reaktionszone abgeführt, damit wurde die NOx-Bildung maßgeblich gesenkt. Für Öl-Brennwertgeräte sollten Blaubrenner eingesetzt werden, da diese besonders niedrige Emissionen verursachen.

Abgassystem

Aufgrund der niedrigen Abgastemperatur (< 85°C) und der Gefahr der Kondensation der Restfeuchte in der Abgasanlage ist ein konventioneller einschaliger Schornstein für den Einbau eines Brennwertgerätes nicht geeignet. Die niedrige Abgastemperatur reicht nicht immer aus, um einen thermischen Auftrieb in der Abgasanlage sicherzustellen, so dass Brennwertgeräte oft über ein Gebläse verfügen und mit Überdruck betrieben werden. Damit ergeben sich im Gegensatz zu konventionellen Schornsteinen deutlich andere Anforderungen:
– Bei Betrieb ist keine Beständigkeit gegen Russbrand etc. gefordert.
– Es tritt nur geringe Temperaturbelastung auf.
– Der Betrieb kann sowohl im Über als auch im Unterdruck erfolgen.
– Es ist mit dem Anfall von korrosivem Kondenswasser zu rechnen.
Diese Bedingungen lassen sich durch einfache Abgasleitungen erfüllen, die aus Kunststoff, Edelstahl, Keramik oder Glas hergestellt sind. Vor Beginn der Arbeiten an der Abgasanlage sollte sich der Heizungsfachbetrieb mit dem zuständigen Bezirksschornsteinfegermeister abstimmen. Grundsätzlich muss unterschieden werden, ob der Brennwertkessel im
– Wohnbereich (Aufenthaltsraum)
oder
– im Nicht-Wohnbereich (Aufstellraum)
aufgestellt werden soll. Die Aufstellung im Wohnbereich (Aufenthaltsraum) ist nur bis 50 kW zulässig. Darüber hinaus ist sie möglich, wenn die Abgasleitung im Aufenthaltsraum in einem Schutzrohr geführt und luftumspült ist (AZSystem, raumluftunabhängige Betriebsweise). Mit einem bis zum Schacht hinterlüfteten Verbindungsstück (Betrieb im Raumluftverbund) ist eine Aufstellung im Wohnbereich als Sonderfall auch im raumluftabhängigen Betrieb möglich. Im Nicht-Wohnbereich kann die Abgasleitung innerhalb des Aufstellraumes auch ohne Hinterlüftung verlegt werden. Der Aufstellraum muss dann jedoch eine ausreichende Zuluftöffnung ins Freie haben (gem. TGI´86/ 96). Nenn-Wärmeleistung bis 50 kW: 150 cm² bzw. 2 × 75 cm² Nenn-Wärmeleistung über 50 kW (z. B. Vitodens 300, 66,0 kW, oder Mehrkesselanlage): 150 cm² und für jedes über 50 kW hinausgehende kW 2 cm². Wird ein raumluftabhängiges Gerät (Geräteart B) gewählt, so wird die Verbrennungsluft aus dem Raum, in dem das Gerät aufgestellt ist, angesaugt. Für Wohnräume sind besondere Vorkehrungen zu treffen, um eine ausreichende Luftmenge für die Verbrennung ohne Verschlechterung des Raumklimas zur Verfügung zu stellen (Raumluftverbund). Das Abgasrohr ist bis zum Eintritt in den belüfteten Schacht doppelwandig auszuführen, die Zufuhr der Verbrennungsluft erfolgt über das äußere Hüllrohr. So werden ggf. austretende Abgase direkt in den Wärmeerzeuger zurückgeführt. Grundsätzlich gelten folgende Bedingungen:


Zulässig:

– Gas-Geräteaufstellung innerhalb desselben Geschosses
– Aufenthaltsräume im Raumluftverbund
– Nebenräume im Raumluftverbund
– Nebenräume im Raumluftverbund (Vorratsräume, Keller, Arbeitsräume usw.)
– Nebenräume mit Außenwandöffnungen (Zuluft/Abluft 150 cm² oder je 2 × 75 cm² oben und unten in der gleichen Wand bis QN ≤ 50 kW)
– Dachräume, jedoch nur bei ausreichender Mindesthöhe des Schornsteins (nach DIN 18160 – 4 m über Einführung).


Unzulässig:

– Treppenräume und gemeinsame Flure, Ausnahme: Ein- und Zweifamilienhäuser mit geringer Höhe (Oberkante Fußboden im obersten Geschoss < 7 m über Geländeoberfläche)
– Bäder oder Aborte ohne Außenfenster mit Schachtentlüftung
– Räume, in denen explosive oder leicht entzündliche Stoffe gelagert werden
– mechanische oder über Einzelschachtanlagen nach DIN 18117-1 entlüftete Räume.
Raumluftunabhängige Wärmeerzeuger (Geräteart C) saugen die Verbrennungsluft außerhalb der Gebäudehülle an. Dazu wird entweder der freie Querschnitt des Schachtes genutzt, in dem die Abgasleitung verlegt ist, oder es wird ein koaxiales Rohr genutzt, in dessen Innerem der Abgasstrom abgeführt wird, während im Hüllrohr Verbrennungsluft einströmt. Das im Aufstellraum verlegte Abgasrohr (Abgas-Verbindungsstück) ist in jedem Fall von einem Hüllrohr umgeben und mit Verbrennungsluft umspült. Grundsätzlich können auch mehrere Brennwertgeräte an eine Abgasleitung angeschlossen werden. Möglich sind z. B. die Aufstellung in Aufenthalts- und Wohnräumen, in unbelüfteten Nebenräumen, in Schränken und Nischen ohne Abstand zu brennbaren Bauteilen, aber auch in Dachräumen (Spitzboden und Abseiträumen) mit direkter Durchführung der Abgas-/Zuluftleitung durch das Dach. Werden Geschossgrenzen überschritten, so muss die Verlegung in einem Schacht erfolgen. Dieser ist in Brandschutzklasse F90 auszuführen, bei geringen Schachthöhen (< 7 m) reicht auch F30 aus. Im Aufstellraum muss ein Ablauf für das Kondenswasser und die Ausblaseleitung des Sicherheitsventils vorgesehen werden. Elektrische Verriegelungen mit Abluftgeräten (Dunstabzugshauben usw.) sind bei raumluftunabhängigem Betrieb nicht erforderlich.

Von Georg am 24.03.09 14:44 |

© 2000-2018 Sicher-Heizen.de GmbH, 39167 Irxleben, Gewerbestraße 6
Kontakt & Tel: 039204 - 878-0, Impressum & Sitemap, Datenschutz