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Gravierende Folgen und deren Vermeidungen

Seit Dezember 2005 ist die novellierte
VDI-Richtlinie 2035 in Kraft. Neu darin und ganz
wichtig für Planer und Anlagenbauer.
Die Richtwerte für das Füll- und Ergänzungswasser
gelten jetzt schon ab 50 kW Heizleistung.


In den vergangenen Jahren sind die Flammentemperaturen von Heizkesseln immer weiter angehoben wurden. Damit lassen sich eine bessere Verbrennung und höhere Wirkungsgrade erzielen. Nebenwirkungen und Folgeschäden bleiben jedoch nicht aus: Die Heizungsanlagen werden zusehends durch die Bildung von Belägen und durch Schlammbildung aus kalk und Korrosionsprodukten belastet. Um die Heizung vor solchen Schäden zu schützen, gibt es die Richtlinien nach VDI 2035.

Bislang bezogen sie sich allerdings nur auf das Füllwasser für große Heizungsanlagen. Die im Dezember 2005 in Kraft getretene Überarbeitung dehnt die Bestimmungen jetzt auf Kleinstanlagen aus, die größere Pufferspeicher oder Fußbodenheizungen besitzen. Die Richtlinien der novellierten VDI 2035 betreffen nun also auch viele Einfamilienhäuser ab 50 kW Heizleistung. Neu ist, dass auch bei kleinen Heizanlagen eine Wasserenthärtung beim Befüllen vorgenommen werden muss. Für den Fachhandwerker und Planer hat diese Änderung gravierende Auswirkungen. Denn im Schadensfall können sich die Hersteller von Kesselanlagen auf die VDI-Richtlinie zurückziehen und Haftungsansprüche zurückweisen. Und die werden dann beim Handwerk geltend gemacht.

Um Schäden zu vermeiden, müssen die im Blatt 1 der VDI 2035 genannten Richtwerte für das Füll- und Ergänzungswasser eingehalten werden. Voraussetzung für die Einhaltung ist, dass
* Das gesamte Füll- und Ergänzungswasser während der Lebensdauer der Anlage das Dreifache des Nennvolumens nicht überschreitet,
* Das spezifische Anlagenvolumen unter 20l/kW liegt,
* Wasserseitige Korrosionsschutzmaßnahmen getroffen werden, wie im blatt 2 VDI 2035 beschrieben.

In allen Fällen, in denen Härte und Menge des Füll- und Ergänzungswassers über den Richtwerten liegen oder das spezifische Anlagevolumen größer als 20l/kW Heizleistung ist, müssen die Härtebildner ab sofort – zumindest teilweise – aktiv entfernt werden.
Diese Entfernung erfolgt vorzugsweise durch Ionenaustausch oder Umkehrosmose. Beim gewöhnlichen Ionenaustauscher-Harz werden allerdings nur Calcium und Magnesium durch Natrium ersetzt. Beim so genannten Vollentsalzungsharz, das aus zwei Harzkomponenten besteht, werden dagegen nicht nur die Härtebildner, sondern gleichzeitig auch korrosiv wirkende Salze entfernt. So erhält man salzarmes Wasser mit geringer Leitfähigkeit, das Korrosionsprozesse deutlich verlangsamt.

Von Katarina am 25.08.08 12:08 |

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